Wenn das Wasser kommt, beginnt das Fressen


Am großen Fluss Po in Italien wollte ich mein Glück versuchen. Es war Ende Oktober, Anfang November und die Temperaturen gingen langsam und  konstant runter und auch die Wassertemperatur ging wie im Sturzflug nach unten. Als ich am Fluss angekommen bin, erwartete mich ein Pegelstand von -1,5 Meter. Ich wusste, dass die Fische die fallenden Temperaturen spüren und langsam aber sicher in ihre Fresstriebe verfallen! Die Woche gestaltete sich äußerst schwierig, da wir stets unter dem normalen Wasserstand unsere Köder präsentierten in den verschiedensten Bereichen, doch gleich am zweiten Morgen konnte ich einen Wels der kleineren Gewichtsklasse fangen. Ich dachte dennoch positiv und tüftelte stets an den Montagen und wechselten auch die Plätze mehrmals. Das Motto war trotz der Wetterlage und dem ermüdendem Ergebnis “ abgerechnet wird am Schluss“. Und so sollte es sein!

Am vorletzten Tag kam ein gewaltiges Tief und brachte Niederschlag in Mengen. Gespannt schaute ich alle zwei Stunden auf mein Smartphone, ob und wie viel sich der Pegelstand flussauf erhöht hatte. Plötzlich traute ich meinen Augen nicht und es war ein Wasseranstieg auf Plus 4.5 Meter vorhergesagt in den nächsten 24h. Langsam zogen auch die ersten Vorboten aufs Wasser. Schaumkronen und Bäume, soweit das Auge reicht.In dieser, vorletzten Nacht hatte ich ein gutes Gefühl, da endlich das ersehnte Wasser kam. Im gleichen Zuge räumten  aber die Hindernisse alle Montagen in der Nacht ab und somit war wieder eine Nacht verloren. Am nächsten Morgen beruhigte es sich am Wasser und der Pegel stagnierte langsam. Es blieb noch eine letzte Nacht. Die Montagen wurden nochmal perfektioniert und den Flussverhältnissen angepasst. Ich setzte auf zwei Freestyle Montagen Topwater und spannte sie dicht am Ufer unter Bäume. Gegen 5:30 Uhr,  als ich schon langsam am aufgeben war, wurde ich durch die Glocke aus meinem unruhigen Schlaf gerissen. Die 0.40 mm dicke Reisleine sprengte sich vom Ausleger ab, die Solid Bank ging sofort vorwärts und die Bremse der Long Ranger 740 kreischte. Ich setzte den Anhieb und ging sofort auf das Schlauchboot. Der Fisch zog sofort in die Flussmitte und von da an wusste ich, dass es ein guter Fisch wird und der Plan endlich funktionierte. Nach einem harten Drill konnte ich den Fisch landen. Sofort wurden die harten Nächte zuvor vergessen und die Freude war unendlich groß.
Aus dieser Session nahm ich mir besonders dieses „Motto“ zu Herzen und dass man auf keinen Fall zu früh aufgeben sollte und bis zur letzten Minute alles geben und daran glauben soll!

Salutations,

Kevin Pernjak

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